von Waberer, Keto Seltsame Vögel fliegen vorbei

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ISBN 978-3-8270-7965-7

© Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH, München 2011, 2012

Covergestaltung: Rothfos & Gabler, Hamburg

Covermotiv: Fotografie von Elijah Gowin, Courtesy Robert Mann Gallery, New York

Datenkonvertierung: abavo GmbH, Buchloe

 

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SELTSAME VÖGEL FLOGEN

 

Und alles kommt zurück

besonders nachts, als wüßte es etwas

von mir, das ich nicht weiß:

die alte braune Pension

am Eisenbahnviadukt,

das Sägewerk mit seinen dampfgetriebenen Sägerahmen,

die manchmal am hellichten Tag

so sonderbar klagende Laute von sich gaben,

der See mit treibenden und halb versunkenen Stämmen.

Irgendwo hinter dem Horizont

erstreckten sich endlose Sumpfwiesen,

Schilf, das dichter war als jedes andere.

Seltsame Vögel flogen

und hatten für mich noch keine Namen,

aber sie flogen wie künftige Träume

Träume, die vielleicht dreißig Jahre

voraus lagen oder mehr

voraus in dem, was mein unbekanntes

kommendes Leben war,

ja, sie flogen,

schwer und ganz dicht über der Oberfläche.

 

Aus: Lars Gustafsson, Auszug aus Xanadu,

München 2003, übers. von Verena Reichel

I

Aus dem Beinhaus neben der Kirche, wo die vielen Totenschädel gestapelt liegen, jeder mit einemfaden dünnen roten Kreuz auf der Stirn, wähle ich einen kleinen Schädel aus und nehme ihn mit. Ich lege ihn auf den Grund meiner Kraxe, die ich auf dem Rücken habe, um das halbe Brot nach Hause, hinauf auf den Berg zu tragen. Ich sage mir, dass dieser Schädel sicher gerne mitkommt, weg von diesem großen Haufen. Ich werde ihm einen Blumenkranz machen und ihn an einem schönen Platz aufstellen, wo er ins Tal schauen kann.

Meine Mutter versteht das nicht, sie wird böse. Sie muss wieder hinunter ins Tal mit mir und dem Schädel. Sie spricht kein Wort mit mir. Ich habe etwas sehr Schlimmes getan. Wir klopfen beim Messner und ich gebe ihm den Schädel und sage, dass es mir leid tut. Meine Mutter steht neben mir, und hält mich am Nacken. Er lacht. Er ist ein alter Mann und ich habe Angst vor ihm, weil er so schwarze Augenringe hat und graue Haare aus seiner Nase wachsen. Alle Schädel gehören ihm. Er bewacht sie. Man darf keinen nehmen. Meine Mutter sagt, ich werde es nicht wieder tun. Und dann steigen wir wieder schweigend den Berg hinauf.

An Weihnachten klettere ich früh am Morgen auf den Altar und hebe das Jesuskind, das ein steifes goldenes Kleid für die Festtage anhat, aus dem Arm seiner Mutter. Es ist sehr schwer und ich bin enttäuscht, weil seine blau bemalten Holzaugen mich so matt und blass anschauen. Ich lege es zurück.

 

Wir halten Rast, auf der Holzbank, vor dem Gehöft des Schonnerbauern. Es ist ein heißer Morgen. Niemand ist zuhause. Wir sehen den Bauern und seine Knechte herumlaufen, klein wie Ameisen, drunten am Bach. Manchmal blitzen ihre Sensen in der Morgensonne. Meine Mutter winkt trotzdem, aber keiner schaut herauf. Wir trinken Wasser aus dem Brunnen, einem ausgehöhlten Baumstamm, aus dem am Abend prustend die Kühe trinken. Auch sie sehen wir, verstreut im Grün der Wiese, klein wie Spielzeugkühe.

Die braunen Ziegen folgen uns auf dem Weg zum Wald. »Rehbraun«, sagt meine Mutter. Sie riechen scharf, sie blöken und bimmeln um uns herum. Ich will auf Mamas Arm, aber das geht nicht. Ich mag die Ziegen nicht. Sie knabbern an meiner Hose, und die Kleinen boxen übermütig nach meinen Beinen. Meine Mutter streichelt ihre glatten runden Stirnen. Sie haben goldene Augen mit langen schwarzen Pupillen. Meine Schwester sagt, Zauberer hätten solche Augen. Sie sagt das, um mir zu zeigen, wie lächerlich meine Angst ist.

»Vielleicht sind es verwunschene Zauberer«, sagt meine Mutter.

»Es sind Zauberer, die so tun, als wären sie Ziegen«, sagt meine Schwester streng.

Bei den ersten Tannen bleiben die Ziegen zurück und schauen uns einmütig nach.

Im Wald wachsen die Heidelbeeren an den sonnigen Abhängen in dichten Büschen. Es ist kühl hier, zwischen den Bäumen, und der Kuckuck ruft. Der Wald riecht nach Tannennadeln und Harz und unten aus der Schlucht herauf kommt ein feuchter Duft nach Moos und Pilzen. Meine Mutter hat eine große blaue Milchkanne, in die leeren wir unsere Hände voll Beeren. Wir dürfen beim Pflücken so viele essen, wie wir können. Jede dunkelblaue Beere ist weiß gepudert. Erst wenn man sie berührt, wird sie glänzend blau. Die wilden Erdbeeren erkennen wir schon von weitem an ihrem Duft. Preiselbeeren sind leuchtend rot, aber bitter und nur meine Mutter isst sie gerne.

Es ist ein weiter Weg nach Hause und meine Mutter trägt mich Huckepack.

Zu Hause schwimmen die Heidelbeeren oben auf der Milch, und wenn man sie zerdrückt, färben sie die Milch lila.

Wir essen jeden Tag Polenta. Meine Schwester und ich teilen die Pfanne in zwei Hälften und ziehen Gräben, ehe meine Mutter die braune Butter darüber gießt. Am besten ist die knusprige Haut, die am Ende auf dem Pfannenboden übrig bleibt.

Meine Mutter macht Brennnesselspinat und sie macht Sirup aus den jungen Trieben der Tannen, die lange in Zuckerwasser gekocht werden. Sie machte Schmarrn aus den Eiern vom Bauern. Manchmal kriegt sie ein Stück Speck für uns. An der Schwarte, an der immer noch ein bisschen weißes süßes Fett sitzt, kann man angenehm lange nagen, dann kommt am Ende das feine Netzmuster auf der weichen Schwarte zum Vorschein. »Das sind die Hautzellen«, sagt meine Mutter.

Zu Festtagen bringt uns die Bäuerin manchmal Speckknödel oder »Graukas«. Brot holen wir alle paar Tage vom Bäcker im Dorf, aber es ist nicht so gut wie das, das die Bauern in ihrem Backhaus backen. Wenn man dort zu Besuch ist, stellt einem die Bäuerin manchmal ein Näpfchen Rahm hin, und einen Kanten Schwarzbrot zum auftunken.

Meine Mutter backt Torten für die Bauern, zur Taufe, zur Hochzeit, zur Kommunion. Die Bäuerin bringt Mehl, Eier, Butter und Zucker und wenn wir Glück haben, springt auch ein kleiner Kuchen für uns dabei heraus. Meine Mutter verziert die Torten so wie die Bäuerin es haben will. Mit Rosen, Herzen, Kränzen und Pferden. Sie färbt die Buttercreme mit Farben aus unserem Farbkasten. Abwechselnd dürfen wir die Schüsseln auslecken. Manchmal sind wir auch zum Fest eingeladen, aber meine Mutter will sich nicht aufdrängen. Wir kommen aus der Stadt, wir gehören nicht dazu.

Sie will auch nicht, dass wir ja sagen, wenn man uns fragt, ob wir Hunger haben.

Ich sitze gerne auf dem Schoß der Bauerntöchter. Ich finde sie alle drei wunderschön und sie riechen gut. Sie haben blonde Gretelfrisuren und braune Arme und Beine. Sie machen sich über jeden lustig, sie lachen über alles und raufen miteinander, und werfen den jungen Knecht den Hang hinunter.

So möchte ich auch werden.

 

Meine Katze Tuttelsanft, genannt Tutti, erkennt man erst, wenn man genau hinschaut. Auf dem Foto halte ich sie an mich gedrückt, wie ein langes struppiges Kissen, dann sieht man ein abgeknicktes Ohr neben meiner Backe.

Ich stehe vor dem Zaun des Gemüsebeets, auf dem zwei Milchkannen kopfüber zum Trocknen stehen. Ich habe an, was ich immer anhabe: kurze schwarze Hosen mit Hosenträgern – sie sind grün und ein rotes K auf ist das Band über die Brust gestickt – dazu ein weißes Bubenhemd mit aufgekrempelten Ärmeln. Ich sehe missmutig aus, wie auf allen Fotos, und meine dunklen Haare sind ungekämmt und hängen in mein Gesicht. An den Füßen habe ich »Knoschpen« mit dicken Holzsohlen und blanken Nägeln, da wo das Leder festgenagelt ist. Vorne sind die Kappen abgeschnitten und meine nackten Zehen schauen raus.

Meine Mutter fotografiert auch die Bauern. Den Vater Hausberger, wie er nach dem Melken auf der Tennentreppe sitzt. Er will das nicht, denn er hat seine zerlumpten Stallsachen an. Die Mutter Hausberger zwischen ihren Hühnern. Die beiden Knechte, die Heu tragen. Sie sehen aus wie die Bäume die ich zeichne: Eine große Heukugel, in der Kopf und Arme verschwinden, über einem dicken Stamm mit Beinen.

Ich mag es nicht, fotografiert zu werden und lasse es nur zu, wenn Tutti mit aufs Bild kommt, aber auch sie hat bald keine Lust mehr und befreit sich mit einem kleinen Sprung ins Gras.

 

Den Hausbergerhof kann ich nur durch das Guckloch sehen, das in die Bretterwand des Klos gesägt ist. Er liegt am Hang, wie ein großes Tier, das ins Tal schaut, mit weißem Bauch und hölzernem Leib. Die zwei Kamine stehen in die Luft, wie Ohren.

Unser Klo, am Ende des Balkons, ist ein verbotener Ort. Ich könnte in die Grube fallen, durch das runde Loch. Drunten schaut man in eine stinkende Hölle, mit zottigen braunen Bärten bewachsen. Ich sehe Coco da unten liegen, die Katze meiner Schwester. Mein Vater hat unsre beiden Katzen in Petroleum gebadet, wegen der Flöhe. Tutti sind alle Haare ausgefallen. Sie hat sich vor mir versteckt, als sie nackt war und voller Schorf. Dann kam sie zurück. Ich lag auf der Wiese und sie kam und steckte ihre Nase in mein Gesicht, mit einem kleinen zärtlichen Ton. Ihr Fell war wieder gewachsen und dichter als vorher. Coco aber liegt in der stinkenden Grube und sieht aus, als schliefe sie. Sie ist tot. Meine Schwester hat geglaubt, auch sie käme zurück.

Beim Hausberger gibt es im Klo zwei kleine Löcher für Kinder, neben den drei großen für Erwachsene. Die sitzen dort nebeneinander und unterhalten sich. Ich benutze diese Kinderlöcher nie. Ich hocke mich lieber hinters Haus, in die Huflattichblätter.

Meine Mutter geht nicht auf unser Klo, wenn die Bauern die Wiese mähen am Hang vor unserem Haus. Sie will nicht, dass man sehen kann, wenn sie aufs Klo geht. Sie nimmt meinen Topf.

 

Der Mooserhof brennt. Wir sehen ihn glühen, drüben auf der Schattenseite. Er leuchtet im blauen Schnee wie eine gelbe Blume. Es ist schon fast dunkel und man kann die ersten Sterne sehen und den Sichelmond über dem Galtenberg. Kein anderes Licht, das Dorf liegt im Tal, nur diese wunderschöne gelbe Blume mit den zuckenden Blütenblättern. Ich sehe keinen Rauch.

Meine Mutter zittert und weint. Sie hält uns fest umarmt am Fenster. Dann will sie hinüber zum Hausberger Hof, aber der Schnee ist viel zu tief.

 

Ich schlafe mit in Lenas Bett. Meine Mutter muss mit meiner Schwester zum Arzt nach Kufstein und ich darf bei Lena schlafen. Sie hat eine Unterhose mit Spitzen an, die ihr zu klein ist. Die hat meiner Mutter gehört und Lena hat ihr dafür Speck gegeben und Eier. Sie zieht die Unterhose erst an, als sie ins Bett steigt.

»Heute Nacht kann sein, dass einer kommt«, sagte sie. »Heute ist die Nacht, wo sie kommen.«

Nachts wachen wir auf, weil einer durchs Fenster kommt. Es ist ein Mann. Ich sehe nur seinen Umriss gegen den Sternenhimmel. Er legt seinen Hut aufs Fensterbrett. Er flüstert mit Lena. Wir machen Platz im Bett für ihn. Er hängt seine Hose über das Fußende. Er hat keine Schuhe an.

»Schlaf«, sagt Lena zu mir und streichelt mein Gesicht.

Am Morgen erwache ich auf der Bank, eingewickelt in eine kratzige Decke. Lena ist schon wach und kämmt ihr langes Haar vor der Spiegelscherbe, die am Balken neben dem Fenster steckt. Die Unterhose hat sie nicht mehr an.

 

Ich weiß nicht, wer Wasteis Mutter ist. Er ist einfach da. Er ist so alt wie ich und sein kleines Bett steht im Zimmer der alten Bäuerin. Er zeigt mir, wie er auf die großen rotgeäderten Blätter neben dem Badehaus pinkelt. Er hat einen kleinen Schnabel wie eine Teekanne. Mit seinem Strahl kann er die fetten Raupen von den Blättern schwemmen. Ich möchte das auch können. Ich versuche im Stehen zu pinkeln und mache meine Hose nass. Ich forme meinem Bären, Schmatzi, aus Plastilin so ein kleines Würstchen und mache ein Loch in seinen Bauch, um es dort festzustecken. Es fällt immer wieder ab und zerbröckelt schließlich. Meine Mutter stopft das Loch mit gelber Angorawolle.

 

Die getrockneten Holunderbeeren liegen auf einem Brett vor der Küche. Meine Mutter trägt den Stuhl dahin, wo die Sonne scheint. Die Beeren werden schwarz und hart. Sie sagt, wir bekommen nie Obst und Kinder brauchen Obst. Sie mischt uns die Beeren in den Griesbrei. Uns beiden schmeckt der Brei nicht. Wir müssen ihn trotzdem essen. Wir kotzen die ganze Nacht.

 

Meine Schwester liegt lange im Bett, viele Wochen. Meine Mutter kann ihre Haare nicht mehr entwirren. Sie schneidet die Haare ab. Meine Schwester weint. Sie sitzt in der Sonne auf dem Hackblock, den Rücken zum Haus gekehrt und weint laut. Sie muss Lebertran nehmen. Sie will ihn nur schlucken, wenn ich ihn auch schlucke. Er ist dickflüssig und gelb. Er schmeckt fürchterlich.

Tante Maisin kommt zu Besuch und bringt eine Salami mit. Sie sagt, sie hat die Wurst eingetauscht gegen eine silberne Haarbürste. Nach jedem Löffel Lebertran kriegen wir eine dünne Scheibe Salami. Tante Maisin will meiner Schwester die Haare besser schneiden, aber meine Schwester will das nicht. Sie heult sofort los, wenn jemand ihren Kopf anfasst.

 

Die kleinen Leute, die im Wald wohnen, zeigen sich mir nie. Manchmal aber sehe ich sie vorbeihuschen aus dem Augenwinkel, das Zittergras bewegt sich und verrät ihre Flucht. Sie verstecken sich unter silbernen Kieseln im Bach. Ich kann ihre kleinen Füße sehen, ihre Zipfelmützen, sekundenlang in der Strömung. Ich wage nicht, sie zu stören. Ich baue ihnen Wohnungen zwischen den Baumwurzeln mit Moosbetten und Pilztischen. Ich gebe ihnen schön gefärbte Blätter als Schlafdecken und decke den Tisch mit wilden Erdbeeren und Gänseblümchen. Ich lege einen Weg aus Kieselsteinen, damit sie die Häuschen finden. Ich höre sie in der Ferne klopfen. Das ist kein Specht. Sie arbeiten am Bachufer. Sie suchen nach Gold. Sie haben zahme Libellen als Haustiere und Käfer, die ihre Botschafter sind. Die roten Ameisen sind ihre Freunde. Ich lege Zweige über die Steine, als Brücken, damit sie über den Bach kommen. Man darf ihnen kein Brot geben, aber sie essen den Samen aus den Tannenzapfen.

Wenn ich am nächsten Tag nachschaue, sind die Erdbeeren verschwunden, die Gänseblümchen angeknabbert! In dem Moosbett mit seinem eingerollten welken Blatt hat jemand geschlafen. Auf dem Pilztisch sitzt eine glasig blaue Schnecke. Ist das eine Botschaft für mich?

 

Unter dem Vogelbeerbusch, neben dem Heustadel am Hang, hocke ich mich hin und hebe ein paar von den Beeren auf. Ich darf sie nicht essen. Sie sind bitter.

Von hier aus sehe ich weit oben unser Haus. Es sieht aus, als wäre es aus der Wiese gewachsen, an die hohen Lärchen gelehnt, die sich über das Dach strecken, und leuchten, eine gelbe Wolke, dahinter der schwarze Wald und darüber die blaue glitzernde Flanke des Gratelspitz, auf dem schon Schnee liegt. Unser Haus ist ganz aus Holz und dunkelbraun, wie versengt, liegt quer zum Hang und schaut zu mir herunter, mit seinen kleinen viereckigen Fensteraugen. Wäsche trocknet auf dem Balkon über der Holzbeige. Rauch steigt aus dem Kamin.

Meine Katze kommt mich abholen durchs blasse Gras und vor dem Haus sehe ich meine Mutter, die mit der Hand über den Augen zu mir herunterwinkt, damit ich mich beeile.

 

Erst hören wir nur ihre Glocken, von weit her. Die Berchteln. Sie kommen näher. Meine Mutter hat die Tür verschlossen. Sie kommen näher. Sie sind da. Sie werfen sich krachend gegen die Tür. Wir halten den Atem an. Wir warten. Sie haben die Hintertür gefunden. Sie sind im Haus. Wir hören sie im Gang polternd gegen die Wände stoßen, knurren und brüllen. Die großen Kuhglocken dröhnen und scheppern. Wir sitzen beim Abendessen am Tisch. Meine Schwester und ich drängen uns zusammen in die Ecke unter dem Kruzifix. Die Stubentür hält sie nicht auf, klobige, haarige Tiere, die hereinspringen, über den Boden rollen, schnüffeln und schnauben, riesige Körper, ohne Gesicht, mit Fellköpfen, aus denen Hörner ragen. Sie werfen sich gegen den Tisch, springen auf die Bank, stoßen einander, bellen und heulen. Sie haben meine Mutter gepackt, zerren sie auf den Boden, rollen sie hin und her, schleppen sie zur Tür. Meine Mutter schreit nicht, aber sie lacht auch nicht. Sie schlägt nach ihnen, keucht, hält ihr Kleid fest, sie werden meine Mutter mitnehmen, sie hinausschleppen in den Schnee. Wir schreien. Und da steht der Bischof in der Tür, hebt seine Laterne, im rotgoldenen Gewand, mit hohem Hut und neben ihm der Engel im weißen Kleid mit lockigen goldenen Haaren, fast bis zum Boden, und da ist der Krampus, ein roter Teufel mit hölzernem Gesicht und Hufen. Er droht mit der Rute. Der Bischof aber gibt den bösen Fellköpfen ein paar Schläge mit dem Bischofsstab und sie lassen murrend von meiner Mutter ab. Der Engel lacht laut und nimmt aus seinem Korb zwei goldbraune Lebkuchen, auf denen rote Krampusse aus Papier kleben. Er hält sie uns hin. Ich will meinen nicht nehmen. Meine Eltern glauben, die Gebirgsluft tue meiner Schwester gut. Mein Vater besucht uns selten. Die Reise nach Alpbach ist lang und anstrengend. Aus Brixleg herauf kann man nur mit dem Pferdefuhrwerk der alten Liese kommen, die mit ihren Haflingern spricht wie mit Menschen, spuckt, flucht und wie ein Mann aussieht. Es gibt keine festen Zeiten für dieses Fuhrwerk.

Mein Vater steigt vom Dorf zu uns herauf, erschöpft und schwitzend, beladen mit einem riesigen Rucksack, Taschen und Bündeln. Wir erwarten ihn voller Sehnsucht.

In unserem Häuschen gibt es nur wenige Bücher, denn jedes Buch muss eine Stunde durch den steilen Bergwald heraufgetragen werden. Eigentlich gibt es nur die Bücher, die meine Mutter für sich mitgebracht hat, als ich noch ein Baby war und eine Kinderschwester hatte. Batta. Ich kenne sie nur von einem Foto, auf dem ich auf ihrem Schoß stehe und sehr dunkel aussehe neben ihrer Blondheit und ihrer weißen Schürze.

Meine Mutter liest Gedichte: Hofmannsthal, Rilke, Heine und Ricarda Huch, Else Lasker-Schüler, Verlaine, Rimbaud, Baudelaire, Dehmel, Ringelnatz und Morgenstern. Sie liest uns die Gedichte vor. Ich kann viele auswendig. Wir lesen den »Taugenichts« und den »Tartarin von Tarascon«. Für uns Kinder gib es eigentlich nur die Märchen der Brüder Grimm, die von Andersen und Hauff, und natürlich »Pu der Bär«, »Alice im Wunderland«, »Die Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen«, zu Weihnachten dann Geschichten von Stijn Streuvels und Felix Timmermanns »Das Jesuskind in Flandern«.

Meine Mutter liest uns die »Odyssee« vor und wir zeichnen die Götter, Helden und Ungeheuer. Scylla ist mein Lieblingsmonster und ich stelle es mir braun gefleckt vor, wie eine fette Kröte, obwohl meine Mutter sie grün haben will, wie einen Drachen. Ich zeichne Scylla, wie sie sich über das Schiff des Odysseus beugt und zwei Matrosen vom Deck pflückt und zu sich herauf hebt, um sie zu fressen. Ich mag auch Polyphem, den einäugigen Cyclopen und ich nehme es Odysseus übel, dass er ihn überlistet und blendet. Heimlich graut mich besonders vor dem Hades, der Totenwelt, in der Odysseus seine Mutter besucht, und sie mit der Grube voll Blut anlockt, aus der er alle Toten trinken lässt. Auch seine Mutter trinkt das Blut. Ich zeichne das immer wieder. Die Sirenen, die so wunderbar singen, und damit Seeleute an ihren Strand locken, um sie aufzufressen, zeichne ich als nackte behaarte Frauen, mit Messern und gezückten Gabeln. Um ihnen etwas von ihrer Macht zu nehmen, gebe ich ihnen lächerliche Namen: Furzi, Wurschti, Rülpsi, und Pipi.

Ich mache kleine Figuren aus Ästchen, Eicheln und Hagebutten und spiele die Geschichten der Odyssee nach. Ich denke mir kleine Theaterstücke ausund diktiere sie meiner Mutter. Die Tiere, die darin vorkommen, mache ich aus Blumen. Meine Bühne ist die erste Stufe der Treppe. Keiner darf zuschauen.

Meine Schwester geht zur Schule ins Tal. Ich verbringe viele Stunden allein im Lärchenwald, suche nach Zwergen und Kobolden und sammle Tannenzapfen für unseren Küchenherd. Sie knallen, wenn sie brennen, und glühen wunderbar, ein kleines Inferno im Ofenloch. Ich habe Feuersbrünste gesehen im großen Breughelbuch. Ich schaue am liebsten die Bilder an, auf denen ganze Geschwader von Skeletten, mit Waffen und riesigen Bränden die Erde verwüsten, wimmelnde Knochenmänner, mit Schwertern und Schilden bewaffnet, die sich in Schwärmen, um die vor Angst schreienden Menschen klumpen und sie wegzerren. Jedes Mal aufs Neue genieße ich den Schauder, wenn ich die Seite mit den Gerippen aufschlage. Ich zeichne aber am liebsten die Kindergruppen aus den Kinderspielen ab, und die seltsamen Szenen aus den Sprichwörtern. »Die beste Grietje die man fand, war die, die den Teufel aufs Kissen band.« Ich zeichne die Engel aus dem Botticelli-Buch, den Verkündigungsengel im kirschroten Messgewand, die schön gelockten Sänger und Musikanten, die jungen Männer, die Lilien in den Händen halten, und so ruhige Augen haben und auf das goldene Kind blicken. Bei Velasquez zeichne ich immer wieder die Zwerge mit ihren traurigen Gesichtern. Meine Schwester und ich schwärmen für die Infantinnen, in ihren ausladenden Reifröcken und den starren gelockten Haarhelmen, in denen Schleifen und Perlen befestigt sind. Wir spielen, dass wir zwei Prinzessinnen sind und laufen vorsichtig durch die Wiesen, um unsere großen Röcke nicht nass zu machen im Tau. Wir schreiben Gedichte für unsere Mutter und sie macht kleine Hefte daraus, mit Zeichnungen versehen, und mit Nadel und Faden am Rücken zusammengenäht. Meine Schwester dichtet viel besser als ich und ärgert sich, wenn ich sie nachmache. Sie ist in allem besser als ich, aber meine Katze ist viel schöner und größer als ihre und das tröstet mich als einziges.

 

Meine Mutter und ich besuchen die alte russische Professorin. Sie muss im Bett liegen, und kann nicht aufstehen. Wir steigen die kleine Holztreppe außen am Haus zu ihr hinauf. Es riecht immer nach Brot bei ihr. Der Bäcker hat seine Backstube unter ihrem Zimmer.

Ich weiß nicht genau, wann sie mich anschaut, denn ihre Augen schauen in zwei verschiedene Richtungen. Sie hat einen Bauch wie ein Berg unter der gehäkelten braunen Decke. Auf dem Tisch neben dem Bett stehen viele Einmachgläser, in denen alle möglichen Früchte schwimmen. Sie langt in ein Glas und holt einen orangefarbenen Ball heraus, von dem träge Sirup tropft. Meine Mutter schiebt mich näher heran und sie steckt mir den Ball in den Mund. Sie sagt einen Namen, den ich nicht kenne. Der Ball ist zäh und schmeckt süß und scharf. Auf dem Lampenschirm neben dem Bett kleben trockene Orangenschalen, zu Sternen geschnitten. Sie sagt, das dufte so schön. Ihr Mann ist auch Professor und ein Erfinder, er kommt aus der Schweiz. Er hat eine Maschine erfunden, die einem die Kleider anzieht, ohne dass man selber auch nur einen Finger rühren muss, aber wir können sie jetzt nicht ansehen. Er hat einen Ziegenbart und hellblaue fröhliche Augen. Er macht Tee für uns, in Gläsern, die in einem silbernen Körbchen stehen. Man muss ganz vorsichtig mit ihnen sein, sagt meine Mutter. Er holt die Füße seiner Frau unter der Decke hervor und kitzelt sie. »Sie hat so hübsche fette Füßchen«, sagt er.

Ich warte darauf, noch einen süßen Ball aus dem Glas zu bekommen. Aber sie unterhalten sich und lachen.

Meine Schwester wird Französischstunden bekommen bei der Professorin.

 

Wir besuchen den Maler. Er wohnt in Inner-Alpbach und sein Haus liegt in einem wunderschönen Garten mit hohen Malven, mit Zinnien und Phlox. Dazwischen stehen auf Stäben große Weihnachtskugeln.

Ninni, seine Frau, hat diesen Garten angelegt. Sie ist klein und nach vorn gebeugt, als wolle sie an etwas riechen. Sie umarmt uns alle, und sagt:

»Heute geht es uns nicht gut!« Sie spricht von Werner, ihrem Mann.

Sie führt uns trotzdem ins Haus. Der Maler hat noch eine zweite Frau, eine junge schweigsame mit strengem Gesicht und großen Augen unter zusammengewachsenen Brauen. Sie ist die Frau seines toten Freundes, das hat meine Schwester gehört. Er hat ihm versprochen, sich um diese Frau zu kümmern. Die beiden haben jetzt eine Tochter, Claudia.

Ninni führt Claudia herein und sagt: »Da ist unser Prachtstück!« Sie ist jünger als ich und hat Augen wie zwei schwarze Käfer. Meine Mutter hockt sich zu ihr auf den Boden und sagt, wie schön sie ist. Zu uns sagt sie das nie. Ich setze mich auf Mamas Schoß und schaue den Waldschrat an, der auf dem Fensterbrett steht. Er ist aus Holz und Tannenzapfen gemacht, hat Mooshaare und durchsichtige grüne Perlen als Augen. Ninni hat ihn gemacht. Ich darf ihn anfassen. »Wie deine grüngoldenen Augen leuchten, Wald, du moosiger Träumer«, sagt sie. Das merke ich mir.

Der Maler kommt und steht zwischen uns, als hätte er erwartet, in ein leeres Zimmer zu kommen. Er zeigt meiner Mutter ein Bild, das an der Wand lehnt. Es ist riesengroß und nur schwarz und weiß. Lauter Gesichter, die sich zusammendrängen und mit offenen Mündern schreien. Meine Mutter steht auf, und schaut das Bild an, mal von ganz nah, mal von weit weg. Sie redet lange mit ihm darüber. Sie lässt mich danach, nur ungern wieder auf ihren Schoß. Sie ist ganz heiß und rot im Gesicht von dem Gespräch. Sie sagt dem Maler, wir würden sehr gut zeichnen, meine Schwester und ich. Sie möchte, dass er uns mag. Er fragt und schaut dabei aus dem Fenster, ob wir zeichnen wollen mit Claudia. Wir wollen nicht. Meine Mutter will mich von ihrem Schoß schieben. Sie will, dass ich den Maler mag, aber ich mag ihn nicht. Er hat nur einen Arm und meine Mutter hat gesagt, ich darf nicht hinschauen. Ich mag auch Claudia nicht, die auf den Schoß meiner Mutter will und mich wegschiebt. Ich mag auch die andere Frau nicht, die kein Wort sagt, aber den Maler anschaut, als warte sie auf einen Befehl von ihm. Ich mag Ninni, sie hat uns zu Weihnachten einen Adventskalender geschenkt, den sie selbst gemalt hat. Ein Engel schwebt über einer Stadt. Er hat goldene Flügel. Ich habe noch nie goldene Farbe gesehen. In unserem Wasserfarbenkasten gibt es die nicht.

 

Meine Mutter findet Bilderbücher überflüssig. Wir haben nur zwei, »Jäpkes Insel«, in dem ich am liebsten die schöne Königin Esmeralda mag, weil mir das Wort Esmeralda so gut gefällt, und »Seppel Schwartenmagen«, das meine Tante Mercedes geschrieben hat. »Wo die hohen Berge ragen, da wohnt Seppel Schwartenmagen.« Ich mag die Bilder von Kuchen und Torten, ich stelle mir vor, wie die schmecken. Ich frage meine Mutter, wie Orangen schmecken, sie sehen aus wie Bälle. Meine Mutter kann es mir nicht erklären. Sie sagt, es gibt ganz viel zu schmecken und es wird dann eine Überraschung, wenn ich reinbeiße, in einen Pfirsich vielleicht, eine Banane, eine Aprikose. Sie zeichnet mir alles auf, und ich mache es aus Plastilien nach, auch einen Teller, auf dem alles liegt. Ich stelle es Schmatzi hin, meinem Bären. Er sagt, alle Früchte schmeckten gut.

Auch das große zerfledderte Buch von Walter Trier schaue ich immer wieder an. Es ist eigentlich kein Bilderbuch, sondern eine Sammlung von Szenen aus einer kleinen Stadt: Marktstände, Zauberer, Hexen, Skifahrer und Zootiere. In jeder dieser Szenen bin ich so zu Hause, als wäre ich mittendrin, als wäre ich es, die alles mit ansieht, riecht, hört. Ich kenne jeden Glaskolben im Zauberhaus, die grüngesichtigen Zauberer, die sich, unter dem ausgestopften Krokodil, über ihren blubbernden Kessel beugen. Ich kenne jedes zerlumpte Kind, das vor dem Laden mit alten Kleidern hockt und Murmeln spielt. Ich glaube alles. Alles ist wahr. Ich glaube, es gibt diese Welt, und ich kann dort hin, wenn ich das Buch aufschlage. Ich kann so lange bleiben wie ich will.

Wir lesen auch De Koster, Kleist und Goethe. Mir gefällt der Gesang der Engel aus Goethes Faust. Ich kann ihn auswendig.

Einmal, in der Stadt, bei den befreundeten Pfarrersleuten, die immer Krippenspiele veranstalten und meine Eltern und uns dazu einladen, gelingt es mir, ein Engel zu sein. Nicht, dass ich mitspielen darf, obwohl ich mir das sehnlich wünsche. Ich darf das weiße Hemd eines Engels probieren und Luise, die Frau Pfarrer, befestigt goldene Flügel an meinem Rücken, und einen Stern auf meiner Stirn.

Meine Mutter, die beim Tee vor dem, wie jedes Jahr, üppig geschmückten Weihnachtsbaum sitzt und ein böses Gesicht macht, weil sie mein Drängen als unverschämt empfindet, sagt: »Also jetzt weißt du’s. Zieh es wieder aus!«, aber Luise die Pfarrersfrau sagt: »Jetzt sing ein Engelslied oder sag ein Gedichtchen auf, na, weißt du eins?« Ich bin schüchtern und muss mich überwinden, aber ich will meine Mutter dazu bringen, stolz auf mich zu sein.

»Die Sonne tönt nach alter Weise

In Brudersphären Wettgesang …«

Meine Mutter errötet und lächelt. Und man applaudiert mir, und reicht mir einen großen sternförmigen Pappteller mit Plätzchen.

 

Die steile Holztreppe am Haus entlang, bis hinauf zum Laden, hat ein Blattgefieder, ist ganz bewachsen mit wildem Wein. Im Herbst werden die glänzenden Blätter rubinrot, aber die Beeren ziehen mir den Mund zusammen.

Ich mag den Margreiter nicht. Drinnen ist es dunkel und riecht. Ich hocke auf der Treppe und warte, bis meine Schwester mit den beiden Wurstscheiben herauskommt, die wir immer geschenkt bekommen. Ich mag auch die salzige Wurst nicht, aber ich esse davon, weil sie meiner Schwester so gut schmeckt. Sie kommt, hält mir meine Scheibe hin und wartet auf die Hälfte die ich übrig lasse. Ich lege sie auf ein rotes Blatt und reiche sie ihr hinauf. Ich sehe ihre nackten Füße neben mir auf den Holzstufen und stecke ihr ein zweites Blatt zwischen die Zehen.

 

Vor dem Bögler Hof auf der Pergola sitzen Soldaten. Ich warte auf meine Mutter und meine Schwester, die hineingegangen sind, um zu fragen, ob wir ins Schwimmbad dürfen. Es gibt hinterm Haus ein großes hölzernes Becken, in dem sich der Himmel und die Wolken spiegeln. Meine Schwester hat dort schwimmen gelernt. Meine Mutter steht neben ihr im Becken, mit Röcken, die sich im Wasser aufblähen. Sie zieht sich nicht aus, weil die Bauern es nicht mögen, wenn man sich auszieht und »Sau« flüstern, wenn sie vorbeigehen.

Die Soldaten sitzen an den Tischen und haben viele Gläser und Flaschen vor sich. Einer kommt heraus und hebt mich hoch. Ich habe mir eine Krähenfeder ins Haar gesteckt, die ich auf dem Weg ins Tal gefunden habe. Er trägt mich lachend zu den anderen und setzt mich auf seinen Schoß. Ich mache mich ganz steif. Ich will das nicht. Sie zeigen auf meine Feder und versuchen, mir etwas zu sagen. Ich verstehe, dass sie die Feder schön finden. Ich halte ganz still, auch, als sie meine Wangen streicheln und an meinen Haaren zupfen. Ich schiebe die Hände die mich halten weg, und rutsche von seinem Schoß.

Die Soldaten lachen. Sie haben Baskenmützen auf. Manche haben die Mütze eingerollt, unter eine Klappe auf der Schulter gesteckt. Sie wollen mir eine Mütze aufsetzen, aber ich mache mich los.

Ich möchte bei ihnen sitzen, aber ich schäme mich.

 

Bello will mich immer hochheben, aber ich verstecke mich hinter Mama. Er kommt oft abends, und wir alle wissen, dass er bei uns essen will. »Er hat immer Hunger«, sagt meine Mutter. Er sieht auch hungrig aus, aber er lacht immerzu und spricht dazwischen sehr laut. Er spricht und wir sagen nichts.