Vollständige eBook-Ausgabe der Hardcoverausgabe

© 2018 arsEdition GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten

© Text: Sarah Welk

© Umschlaggestaltung und Innenillustrationen: Sharon Harmer

Die Autorin wird vertreten durch die Autoren- und Projektagentur Gerd F. Rumler (München)

ISBN eBook 978-3-8458-2705-6

ISBN Printausgabe 978-3-8458-2143-6

www.arsedition.de

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Für Mila, Martha und Mats

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Widmung

1. Wie wir einmal herausfinden wollten, was für Geräusche Giraffen machen

2. Wie Flo einmal ein echter Affe war

3. Wie Flo einmal etwas Verbotenes in unser Kartoffelbeet gepfanzt hat

4. Wie Papa Flo einmal ein echtes Supergeheimnis geschenkt hat

5. Wie wir einmal einen Schneckenladen eröffnet haben

Leseprobe zu "Ziemlich beste Schwestern - Quatsch mit Soße"

WIE WIR EINMAL HERAUSFINDEN WOLLTEN,
WAS FÜR GERÄUSCHE GIRAFFEN MACHEN

Mein liebster Tag in der Woche ist Montag. Da habe ich nämlich Turnen in der Schule, und das macht mir am meisten Spaß von allem.

Dienstag und Mittwoch und Donnerstag und Freitag und Samstag mag ich manchmal gerne und manchmal nicht so gerne, das ist verschieden. Und Sonntage finde ich eigentlich richtig blöd. Sonntags ist immer alles soooo langweilig. Mama und Papa wollen dann den ganzen Tag nur Zeitung lesen und essen und schlafen.

Aber heute ist alles anders. Heute ist zwar Sonntag, aber kein normaler. Heute ist ein richtiger Super-Sonntag. Mama und Papa und Flo und ich gehen nämlich zusammen in den Zoo. Da wollen wir uns das Nilpferdbaby angucken, das eigentlich bei uns einziehen sollte, aber dann doch nicht.

Schon als ich aufwache, bin ich ganz aufgeregt und habe Herzklopfen, weil ich mich so freue. Draußen ist es noch dunkel, aber das ist eigentlich sogar gut, weil wir ja noch ziemlich viel vorbereiten müssen, bevor wir losfahren können.

»Flo«, flüstere ich und ziehe ein bisschen an ihrer Decke. »Wach auf! Wir fahren gleich in den Zoo!«

Eigentlich braucht Flo morgens immer ziemlich lange zum Aufwachen, aber heute nicht. Sie schlägt die Augen auf und springt aus dem Bett. »Komm, wir wecken Mama und Papa«, ruft sie und flitzt los.

Und das machen wir dann auch. Wir springen mit Anlauf ins große Bett und Flo setzt sich direkt auf Papas Bauch und hopst ein bisschen. Aber Papa schläft einfach weiter, deshalb zieht sie mit dem Zeigefinger ganz vorsichtig an den Lidern sein Auge auf.

»Huhu!«, ruft Flo dabei und kichert, weil Papas Auge so lustig aussieht.

Papa knurrt ein bisschen und dreht sich mit Schwung zur Seite.

Aber wenigstens Mama ist jetzt wach. Sie guckt auf ihre Uhr und stöhnt: »Och nöö. Es ist erst fünf Uhr! Also eigentlich ist es noch mitten in der Nacht!«

Aber da sage ich, dass das nicht stimmt, weil Onkel Jussi nämlich jeden Morgen um fünf Uhr aufsteht. Und dass wir jetzt auch nach unten gehen müssen, weil wir ja noch Frikadellen und Pfannkuchen machen wollen, damit wir im Zoo picknicken können.

Mama rührt sich nicht, deshalb pike ich sie leicht mit dem Finger in den Bauch. »Oh Mann, Mimi«, sagt sie. »Ich bleibe noch ein bisschen liegen, ja? Ihr beiden könnt doch vorher ein wenig spielen.«

Flo beugt sich zu mir hinüber und flüstert ganz leise in mein Ohr: »Ich habe eine richtig gute Idee! Wir gehen schnell in die Küche und machen alleine Frikadellen!«

Aber da sagt Mama, sie hat es sich doch anders überlegt. Und dass sie jetzt gerne aufstehen und mit uns nach unten kommen will. Und so machen wir es.

Ja, und dann geht der Tag endlich richtig los. Also zumindest fast, erst einmal muss Mama Kaffee kochen.

»Bevor ich keinen Kaffee getrunken habe, kann ich nicht klar denken und keine Pfannkuchen machen und auch keine Frikadellen. Und erst recht nicht morgens um fünf Uhr«, sagt sie.

Und deshalb bereiten Flo und ich schon mal alle anderen Sachen vor. Wir legen unsere Jacken und Schuhe bereit, und Flo holt noch ihren Rucksack und steckt Raffi hinein, das ist ihre Kuschelgiraffe.

»Der muss auf jeden Fall mit«, sagt sie. »Raffi will nämlich endlich mal andere Giraffen kennenlernen und sich ein bisschen unterhalten.«

»Was machen Giraffen eigentlich für Geräusche?«, frage ich, weil ich das nämlich überhaupt nicht weiß.

»So wie Kalle«, antwortet Flo. »Die machen auch Miau.«

Aber da sage ich, dass das nicht stimmen kann. Giraffen sind doch keine Katzen!

»Das stimmt wohl!«, sagt Flo und klingt ein bisschen beleidigt. »Raffi gehört schließlich mir. Und ich weiß ja wohl besser als du, was er für Geräusche macht.«

Aber in dem Moment ruft Mama uns, weil wir jetzt zusammen das Essen vorbereiten können. Und dann braten wir 24 Frikadellen und zwölf Pfannkuchen. Die bestreuen wir auch noch mit Zimt und Zucker. Also natürlich nur die Pfannkuchen und nicht die Frikadellen. Das riecht schon so gut, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft und ich am liebsten sofort alles aufessen würde. Aber das geht nicht, denn sonst hätten wir ja nichts mehr für den Zoo übrig.

Und dann nehmen wir eine Frikadelle und laufen ins Schlafzimmer und halten sie Papa direkt unter die Nase, der liegt nämlich immer noch im Bett und schläft.

Erst rührt er sich nicht, aber als wir gerade schon denken, dass er gar nicht mehr aufwacht, sperrt er plötzlich ganz weit den Mund auf. Und dann stecke ich schnell die Frikadelle hinein, und obwohl Papas Augen immer noch zu sind, kaut er und schmatzt und sagt: »Oh, wie lecker! Ob ich ab jetzt wohl jeden Morgen eine Frikadelle ans Bett bekommen könnte?«

Und da antwortet Mama, dass das überhaupt kein Problem ist. Sie steht ab sofort gerne jeden Morgen um fünf auf und macht Frikadellen für alle. Aber ich glaube, das sagt sie nur so.

Und dann sitzen wir endlich im Auto und fahren los zum Zoo. Juchhu! Am meisten freue ich mich auf die Affen. Es ist so niedlich, wenn die Affenkinder sich am Rücken von ihren Mamas festhalten und die dann zusammen durch die Bäume klettern und springen. Und Zwergnilpferde sind natürlich auch süß.

»Also ich will nur zu den Giraffen«, verkündet Flo plötzlich.

»Nur zu den Giraffen?«, fragt Mama. »Aber das ist doch ein bisschen schade. Da sind auch so viele andere tolle Tiere, die wir uns angucken können.«

»Nö«, antwortet Flo. »Ich gehe nur zu den Giraffen. Und sonst nirgends hin.« Also wenn Flo sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann ist das auch so.

»Aber ich will alle Tiere sehen!«, rufe ich deshalb schnell. »Mama, wir gucken uns doch alle Tiere an, ja?«